Arbeitsschutz bei der Bürgerhilfe

Wer glaubt, dass in einem Verein die Verpflichtung zum Arbeitsschutz keine Wirkung entfaltet, liegt gehörig schief. Die Bürgerhilfe jedenfalls hat sich jetzt neu auf eventuelle Widrigkeiten eingestellt.

Ungesicherter Roll-Container in der Tafel. Scharfe Messer blieben irgendwo zwischen angelieferten Nahrungsmitteln liegen. Kabelgewirr sorgt für Stolperfallen im Büro. Ab sofort gehört das bei der Bürgerhilfe Maintal zur Vergangenheit. Dank gebührt vier aktiven Mitarbeitern/innen, die sich der Sache angenommen haben.

Ehrenamtlich tätige Personen gehören zwar grundsätzlich nicht in den Geltungsbereich des staatlichen Arbeitsschutzrechts. Die unentgeltlich tätigen Helferinnen und Helfer werden aber indirekt über das Satzungsrecht der Unfallversicherungsträger eingebunden. Dadurch treffen unter anderem die Regelungen des Arbeitsschutzgesetzes auch auf ehrenamtlich tätige Personen zu. Und der sollte besser werden. Gefahrenpotenzial wurde vom Team gründlich analysiert, Gegen- und Schutzmaßnahmen getroffen.

„Wir haben bei ganz Grundlegendem, wie beispielsweise der Installation von Verbandskästen und Feuerlöschern angefangen,“ sagt Wilfried Siegmund, Vorsitzender des Vereins. Auch in der Tafel hat sich viel getan. Container werden inzwischen gesichert, für die Messer gibt es Messerboxen. „Das Sicherheitsteam und ich werden natürlich auch weiterhin ein offenes Auge insbesondere für präventive Optimierungen haben“, verspricht Siegmund.

Eine weitere, wichtige Maßnahme stellen drei Erste-Hilfe-Kurse unter der Leitung einer Fachkraft des Deutschen Roten Kreuzes dar. Das Interesse gleich zum ersten Termin war groß. Wie geht stabile Seitenlage? Was mache ich, wenn der Verunfallte nicht mehr atmet? Und warum ist der Song „Staying Alive“ von den Bee Gees die ideale Rhythmik für eine Herzdruckmassage? Die Teilnehmer  haben viel gelernt und hatten eine Menge Spaß. Die zwei nächsten Termine  sind bereits ausgebucht.

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