Digitale Helfer für Senioren

Ein Rollator, der Hindernisse erkennt? Ein sprachgesteuerter Türöffner? Eine App, die uns an die Medikamenteneinnahme erinnert? Smarte Produkte erleichtern das Älterwerden und Altsein. Obwohl der Bedarf riesig ist, ist der Weg zu uns Senioren noch weit.

Wir werden älter. Leider nehmen mit dem zunehmenden Alter auch einige körperliche Behinderungen zu. Die meisten von uns könnten daher die eine oder andere technische Hilfe gut gebrauchen. Digitale Seniorentechnik können hier Abhilfe schaffen oder zumindest das Leben erleichtern. Vom Fallsensor bis hin zur Notrufuhr, der Abschaltautomatik für den Herd oder Apps, die an die pünktliche Medikamenteneinnahme erinnern – das Spektrum smarter Produkte groß. Und der Wunsch, so lange wie möglich selbstbestimmt und abhängig in den eigenen vier Wänden zu wohnen ebenfalls. Woran liegt es also, dass die meisten Produkte uns Senioren:innen noch relativ unbekannt sind?

Ein Grund ist, dass die wenigstens von uns überhaupt wissen, was auf dem Markt verfügbar ist. So sind die Hersteller oft kleinere Spezialanbieter, da sind die Werbemittel begrenzt. Tech-Unternehmen wiederum zeigen sich gern jung und dynamisch. Mit Hilfsbedürftigen oder Kranken soll man sie nicht identifizieren. Auch wir selbst sind nicht gerade eine einfache, wenn auch riesige Zielgruppe. Jede Fünfte Deutsche ist bereits über 65 Jahre. 1,5 Mio. sind bereits älter als 85 Jahre. Parallel steigt die Nachfrage an Pflegekräften. Heimplätze sind knapp. Zugleich sind wir als Zielgruppe sensibel und kaschieren gern, wenn wir Hilfe brauchen.  „Senioren“-Produkte wie bspw. Geräte mit größeren Tasten empfinden wir häufig als stigmatisierend, obwohl sie uns von Nutzen sein könnten. Wesentlich beliebter bei Senior*innen sind dagegen leicht bedienbare Produkte mit Mehrfachnutzen wie zum Beispiel Fitnesstracker, die gleichzeitig den Blutdruck messen oder Stürze erkennen können. Die laufen dann unter „Fit bleiben“ statt unter „alt und bedürftig“ sein.

Was tun? Spätestens seit Corona begeistern sich inzwischen auch immer mehr Senioren:innen für das Internet. Daher mein Tipp: Ab ins Internet. Dort lassen sich immer noch am besten Produkte und Möglichkeiten googlen. Wer dabei Hilfe braucht, ist bei unserem PC-Treff am richtigen Platz. Ein sehr guter Tipp ist außerdem der Wegweiser Smart Health, einen öffentlich geförderten Online-Katalog für digitale Alltagshelfer: https://www.wegweiserportal.de/. 

Und was das Hilfe annehmen angeht bzw. das Zeigen von Schwäche. Gerade mir persönlich fällt das sehr schwer. Andererseits heisst Schwäche zeigen, dass man sich so akzeptiert, wie man ist. Wir öffnen damit das Tor zu mehr Liebe in unserem Leben. Wir lernen, uns so zu zeigen, wie wir sind, ohne Maske, können Loslassen und uns weiterentwickeln. Mit-Menschlichkeit entsteht, genauso wie es bei der Bürgerhilfe Maintal der Fall ist. Und ist das nicht eine schöne Aussicht?

Autorin: HH
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