Mit Freude an Mode und Ehrenamt

Der TextilShop der Bürgerhilfe Maintal verkauft gut erhaltene Second-Hand-Bekleidung. Sogar bekannte Designermarken findet man für kleines Geld. Zugleich leistet das Einkaufen im Shop einen Beitrag zu mehr Ökologie. Ein Team ehrenamtlicher Helferinnen sorgt dafür, dass dort das Einkaufen Freude macht.

Es muss nicht immer neu sei. Evelyn K. weiß das nur zu gut. Die Maintalerin ist seit mehr als 40 Jahren bekennende Secondhand-Anhängerin: „Als Mutter von drei Kindern war Kleidung aus zweiter Hand schon früher eine super Alternative, und auch noch heute als Rentnerin mit kleiner Geldbörse freue ich mich über jedes Schnäppchen.“ Evelyns Lieblingsladen ist der TextilShop der Bürgerhilfe. Mindestens einmal im Monat schlendert sie in der Neckarstraße 13 vorbei und schöbert nach neuen Lieblingsteilen.

Spaß an Mode und Style

Auspacken, aussortieren, einsortieren, verkaufen, beraten – insgesamt zehn ehrenamtliche Aktive helfen, damit der Kleiderladen jeden zweiten Mittwoch und jeden Freitag geöffnet werden kann. Alle haben ein Faible für Mode und Freude daran, Menschen zu kleinen Preisen gut anzuziehen. Ganz besonders schätzen sie die Abwechslung und die Begegnung mit vielen verschiedenen Menschen.

Dass die gesamte Mannschaft mit viel Herz und Engagement bei der Sache ist, bemerkt der Besucher gleich beim Betreten des hellen, adretten Shops. Jeder wird freundlich begrüßt, kann ungestört herumstöbern und wird auf Wunsch gern beraten. Die Regale und Ständer im Verkaufsraum sind gut gefüllt.

Dafür spenden die Menschen aus Maintal und Umgebung Gebrauchtes, aber gut Erhaltenes wie Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Handtücher und ähnliches. Viele Artikel stammen auch aus Geschäften, wenn diese beispielsweise ihre saisonalen Lager räumen. Manchmal kommen sogar nagelneue Sachen, selbst bekannter Markennamen, an denen noch das Preisetikett klebt, herein, sagt das TextilShop-Team. Von der fast neuen Gerry Weber Jacke über die stylige Handtasche bis hin zum Vintage-Mantel aus den 70er Jahren sei alles dabei. Manchmal komme es allerdings vor, dass etwas aussortiert werden muss. Solche Sachen gebe man dann an einen ansässigen Textilverwerter weiter.

Shop mit Begegnungsfaktor

Vielfältig wie das Sortiment ist auch die Kundschaft des TextilShops. Von der Studentin, die ihre erste Wäscheausstattung sucht, die Altenpflegerin, die sich im Shop regelmäßig neu einkleidet, ältere Menschen mit knapper Rente bis hin zu Schnäppchenjägern auf der Jagd nach günstiger Mode ist alles vertreten. Speziell freitags werfen die Besucher der benachbarten Tafel auch immer wieder gern einen Blick in den Shop. Wirklich jeder könne hier für den eigenen Gebrauch einkaufen, betont das Team. Die meisten seien inzwischen sogar Stammkunden. Manche blieben auch schon gern mal auf einen Kaffee. Die freundschaftliche Atmosphäre sei durchaus gewollt, so böte der TextilShop gleichzeitig auch Raum für Begegnungen.

Mode ist kein Wegwerfartikel

Dass inzwischen auch immer mehr Kunden kommen, denen nachhaltiger und ökologischer Konsum wichtig ist, freut das TextilShop-Team besonders. So hat ein in Deutschland aufgrund von Modezyklen, Passform oder leichtem Verschleiß aussortiertes Kleidungsstück im Durchschnitt erst 40 Prozent seines Lebens hinter sich. Der Trend, immer wieder Neues zu shoppen, wird durch Billigtextilien zusätzlich befeuert. All dies geht zu Lasten von Mensch und Umwelt. „Kauft man Mode aus zweiter Hand werden Ressourcen geschont. Daher ist Secondhand-Kleidung eine gelungene Form der Nachhaltigkeit“, ergänzt Stammkundin Evelyn.

Öffnungszeiten TextilShop
jeden Freitag 10.00 bis 12.00 Uhr
jeden zweiten und letzten Mittwoch im Monat von 14.00 bis 17.00 Uhr

 

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