Und der 3. Preis geht an….

…das Wunschgroßeltern-Programm der Bürgerhilfe. Kein Glück, aber ein starkes Konzept braucht es, wenn man beim Wettbwerb „Aktion Generation – lokale Familien stärken“ des Hessischen Ministerium für Soziales und Integration mitmachen will. Unser Wunschgroßeltern-Projekt hat es auf den 3. Platz geschafft!

Gegründet vor rund knapp 15 Jahren war es aber auch langsam an der Zeit: das Wunschgroßeltern-Programm der Bürgerhilfe Maintal wurde vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) im Rahmen des Wettbewerbs „Aktion Generation – lokale Familien stärken“ mit dem 3. Preis gewürdigt. Der Wettbewerb wurde 2020 bereits zum sechsten Mal veranstaltet. Ausgezeichnet werden kommunale Projekte, die das Miteinander von Jung und Alt fördern und beispielhaft zur Nachahmung anregung. Die Bezeichnung „lokale Familie“ geht dabei über klassische Verwandtschaftsbeziehungen hinaus und meint eine örtliche Gemeinschaft, in der die unterschiedlichsten Menschen aller Generationen zusammenwirken. Das Thema liegt Sozial- und Integrationsminister Kai Klose am Herzen: „Wenn der demografische Wandel gesellschaftliche Distanzen fördert, muss die lokale Familie verstärkt in den Mittelpunkt rücken.“

Ins Leben gerufen wurde das Programm von Renate Stark gemeinsam mit Sozialpädagogin Verena Strub im Jahr 2006. Seither wurden zahlreiche Wunschgroßeltern an Familien vermittelt. Das Prinzip ist schnell erklärt: Für junge, berufstätige Familien, speziell für Alleinerziehende ist es oft schwer, die alltäglichen Herausforderungen unter einen Hut zu bekommen. Eigene Großeltern wohnen oft zu weit weg oder stehen selbst noch voll im Berufsleben. Im Gegenzug suchen ältere Menschen eine Aufgabe, um sich im Alltag einzubringen. Hier greift das Konzept der Wunschgroßeltern. „Wir möchten dazu beitragen, dass sich langfristige Beziehungen zwischen den verschiedenen Generationen entwickeln. Für Großeltern ist es spannend, den Jüngeren nah zu sein. Kinder lernen aus der Erfahrung der Großeltern“, erklärt Doris Brender-Arnd, die 2019 die Leitung des Programms übernahm. „Familien werden entlastet und haben intensive Kontakte zu älteren Menschen. Senior*innen wiederum gehen Verbindungen mit Kindern und deren Eltern ein und halten sich dadurch aktiv. Ziel ist es, füreinander da zu sein,“ ergänzt Strub, die bis heute Teilnehmende fachkompetent unterstützt.

Nicht ohne Oma und Opa

2006 gab es es noch wenige solcher Programme. Inzwischen sind Wunschgroßeltern immer gefragter. Gerade in Großstädten entstehen vermehrt Projekte, die die junge und die alte Generation zusammenbringen. Umso glücklicher sind Brender-Arnd und Strub über jedes  Wunschenkelkind, das sie mit einer Wunschoma oder einem Wunschopa (und manchmal sogar gleich mit Wunschgroßeltern) zusammenbringen können. Ihre Erfahrungen sind durchweg positiv: „Die Omas und Opas haben das Gefühl, ein Stück Familie dazuzubekommen und etwas von der Generation mitzubekommen, die Kinder freuen sich, weil sich jemand mit ihnen Zeit verbringt und sich um sie kümmert.“ Daraus entstünden oft jahrelange Vebindungen, in denen die Wunschgroßeltern die Kinder von Kindesbeinen an bis zum Schulabschluss und oft auch noch bis ins spätere Leben begleiten.

Der mit 13.500 Euro dotierte 3. Preis kam jedenfalls verdient für das jahrelange, ehrenamtliche Engagement der Maintaler Wunschomas und -opas. Derzeit sind rund 25 Senioren*innen im Einsatz und betreuen 27 Kinder. „Ohne sie würde das beste Konzept nichts nutzen. Sie sind alle bis heute mit ganzem Herzen dabei. Ihnen gebührt die Anerkennung und unser aller Dank,“ sagt Brender-Arnd. Auch Wilfried Siegmund,  der 1. Vorsitzende der Bürgerhilfe, freut sich riesig – natürlich über den Preis, aber vor allem, dass das Wunschgroßeltern-Programm so großen Zuspruch findet: „Die Zahl der Anfragen bestätigt, dass unser Großelterndienst in dieser Zeit eine wichtige Funktion hat. Gerade sind wir wieder für sieben Familien auf der Suche nach geeigneten Wunschgroßeltern. Der Preis macht uns allen Mut, weiter in solche Richtungen zu denken und Projekte zu entwickeln, die Generationen zusammenzubringen.“

Brender-Arnd, Strub wie auch Siegmund sind nur über eines recht enttäuscht, nämlich dass aufgrund von Corona derzeit kein Fest für die Familien und Wunschgroßeltern stattfinden kann. „Wir hoffen, wir können das im kommenden Jahr nachholen und mit allen Omas und Opas sowie ihren Enkeln gebührend feiern.“

So funktioniert’s

Wer Interesse hat, Wunschoma oder -opa zu werden kann sich jederzeit bei der Bürgerhilfe melden. Der Großelterndienst bringt die potentiellen Leihgroßeltern mit den Familien zusammen und organisiert erste Kennlerntreffen. Leihgroßeltern müssen zuvor ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Sie sollten zudem genügend Zeit und Lust mitbringen, sich mit den Kindern zu beschäftigen. Wichtig ist auch, dass die Leih-Omas und -Opas in der Nähe der Kinder wohnen. Rufen Sie uns einfach an und erfahren Sie mehr.

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