Rente – und was nun?

Ruhestand. Endlich kann man tun, was man will. Doch zur Freude mischen sich oft auch Wehmut, Unsicherheit und Leere. Beim Infoabend der Bürgerhilfe Maintal am 5. Februar erfuhren die Teilnehmer, wie man sich auf die nachberufliche Lebensphase vorbereiten kann.

Über 20 Teilnehmer wollten auf einem Workshop der Bürgerhilfe am 5. Februar erfahren, wie man sich am besten auf den Ruhestand vorbereitet. Psychologin und Coach Regina Krömer leitete den Abend. Schnell wurde klar: Viele freuen sich auf die nachberufliche Lebensphase, viele aber haben auch gemischte Gefühle. Zu Recht. Denn nach der ersten Euphorie und Zeiten voller Aktivitäten kommt oft die Leere. „Es gibt zunächst einmal nichts, was den Tag ausfüllt, Viele fühlen sich nicht mehr zugehörig, nicht mehr gebraucht“, sagt Krömer. Insbesondere Männer fielen häufig in ein tiefes Loch. Frauen hätten es da leichter, da sie meist schon früher Brüche dieser Art erlebt hätten.

Neue Sichtweisen

Um mit den neuen Herausforderungen klarzukommen sei entscheidend, dass Neurentner sich beizeiten mit dem neuen Lebensabschnitt befassen. „Überlegen Sie sich frühzeitig, was Ihnen Spaß macht. Dazu können Sie ruhig auch auf Hobbies und Interessen zurückgreifen, die im Laufe der Jahre in den Hintergrund getreten sind“, rät Krömer. Auch soziale Kontakte außerhalb des Arbeitsplatzes seien wichtige Säulen für “danach“. Eine Umstellung von Hundert auf Null mache die Veränderung nur schwerer. Bereichernd kann auch sein, eine Tätigkeit zu finden, die eine Bedeutung hat, bei der man seine Fähigkeiten einbringen kann und die einem Freude bereitet. Das kann beispielsweise gemeinnützige Arbeit oder auch ein Ehrenamt sein.

Speziell für Paare sei es eine Zeit, in der sich beide Partner noch einmal neu begegnen. Die ständige Anwesenheit des Partners kann dann durchaus zu Auseinandersetzungen führen. Hier empfiehlt sich, die eigenen Erwartungen und Wünsche mit dem Partner offen zu besprechen.

Im Grunde sei entscheidend, dass man in Bewegung sowie empfänglich für Neues bliebe und sich eine Übergangszeit zur Neuorientierung einzuräumen.Notfalls hilft aber auch eine Portion Humor. Läuft mal etwas nicht wie geplant, einfach Ruhe bewahren und loriot zitieren: „Das ist mein erster Ruhesand. Ich übe noch.“