Tausendsassa

Mit dem Bus durch die Stadt kann jeder. Um sich aber 16 Jahre lang immer wieder neue Ausflüge mit originellen Zielen auszudenken, die allen unvergesslich bleiben – dazu muss man schon ein Multitalent wie Günter Meyer sein. Günter will nun in „Ausflugsrente“ gehen und sucht eine/n Nachfolger*in. Ein Anlass für eine Würdigung.

16 Jahre lang hat er es wieder und wieder getan: Jahr für Jahr tüftelte Günter Meyer interessante Ausflugsziele für den Verein aus, organisierte das ganze Drumherum und sorgte als Reiseleiter dafür, dass alles wie am Schnürchen lief. Nun will er damit aufhören. Auf die Frage nach dem Grund kommt die Antwort: „Die Luft ist ein bisschen raus.“ Kaum zu glauben, wenn man den 74-jährigen kennt.

Organisation mit Hand und Fuß

2004 stürzte sich Günter in ein ihm bislang völlig unbekanntes Fahrwasser. Erst recherchierte er, was andere so machen, dann viel im Internet und entwickelte schließlich eigene Ausflugspakete. „Ich wollte Ziele, bei denen wir jeweils nicht viel mehr als eine Stunde An- und Abfahrt haben“, erklärt Günter. Jede Route, jeden Aufenthalt nahm er vorher persönlich in Augenschein und testete ihre Tauglichkeit. „Ich hatte den Anspruch, dass der Ausflug für die Teilnehmer eine wirkliche Bereicherung sein sollte“.

Ziele mit Wirkung

Die ausbaldowerten Ausflüge machten dann aber auch was her. Mal ging es zur Gedenkstätte Point Alpha in der Rhön. Gern erinnert sich Günter auch an die Fahrt mit der Bimmelbahn auf die Burg Wertheim. Ach, und wie war es am Vater Rhein so schön, wie in Oppenheim, einer Stadt mit einem etwa 40 Kilometer langen Kellerlabyrinth. Nach einem Abstecher ins Weinbaumuseum, saßen die Ausflügler dann abends auf einer Terrasse bei einem Glas Wein und genossen den Blick auf den Fluss. Ob Bundesgartenschau in Koblenz oder Segelflug über die Wasserkuppe, für die Teilnehmer blieben die ereignisreichen Ausflüge unvergessen.

Von 50 auf 200

Am Anfang füllte Günter jeweils drei Bustouren zu einem Ziel. In den letzten Jahren war der Andrang so groß, dass vier Busse gebucht werden mussten. „Das ist dann vier Mal hintereinander eine Fahrt mit rund 50 Personen. Da musst du ganz schön hinterher sein, dass alles reibungslos klappt“, erzählt der Organisator. So hätte er anfangs nicht geglaubt, wie lange es dauern kann bis 50 Leute ein- bzw. ausgestiegen sind. Auch das mit dem Vorbuchen des Mittagsessens sei etwas, dass in acht von zehn Fällen nicht klappe. „Die Leute vergessen immer, was sie eigentlich bestellt haben“, weiß Günter zu berichten.

Wer nun meint, Günter hätte wenigstens auf der Rückkehr bereits Feierabend, irrt. Damit die Fahrgäste bei bester Laune blieben, überlegte sich der Reiseleiter immer wieder Neues. Besonders beliebt waren seine Quizze. „Stellen Sie sich mal vor, da fragte ich nach der Farbe des Busses und keiner wusste die Antwort“, erzählt Günter. Zu gewinnen gab es immer kleine Andenken, die er an den Ausflugsorten besorgt hatte.

Nachfolge

Jetzt sucht die Bürgerhilfe eine/n Nachfolger*in für Günter. Wer sich wohl meldet? „Die Organisation macht eine Menge Spaß“, verspricht Günter. Und es wäre auch gut, wenn ein ganz neuer „Drive“ in der Hütte käme, „jemand mit neuen Ideen und ganz eigenen Vorstellungen“, sagt Günter. Er stehe auch gerne – wenn gewünscht – am Anfang mit Rat und seinen Erfahrungen zur Seite. Also, nur Mut. Wer Interesse hat, bitte einfach bei der Bürgerhilfe melden.

An dieser Stelle, lieber Günter, dir ein ganz, ganz herzliches Dankeschön für all Deine guten Einfälle und Taten. Du hast für schöne, unvergessliche Erinnerungen gesorgt. Übrigens: wir gehen fest davon aus, dass du bei unserem nächsten Ausflug ganz klar mit dabei bist!